Betriebsräte und Berufsgenossenschaften arbeiten seit vielen Jahren erfolgreich daran, die Gefährdungen am Arbeitsplatz zu reduzieren. Die Ergebnisse können sich sehen lassen: Sicherheitseinrichtungen an Maschinen, Licht und Luft am Arbeitsplatz und, und, und. Diese Gefährdungen der Gesundheit am Arbeitsplatz werden gut kontrolliert und es wird viel dagegen getan. Doch die Zahl der Menschen mit psychischen Beschwerden steigt kontinuierlich an. Aktuelle Studien der Techniker Krankenkasse und des BKK-Bundesverbandes zeigen bedrohliche Steigerungsraten. Effektives Zeit- und Selbstmanagement kann helfen, dieser neuen „Volkskrankheit“ etwas entgegen zu setzen.
Laut einer im Januar 2013 vorgelegten Studie des BKK-Bundesverbandes stieg die Zahl der Krankheitstage durch Burnout von 2004 auf 2011 dramatisch an; im Durchschnitt von 4,6 auf 86,9 Tage je 1000 Mitglieder. Frauen sind mit 110,3 Tagen in stärkerem Maße betroffen als Männer (68,9 Tage). Gründe für diesen Unterschied zeigen die Ergebnisse einer Umfrage der Techniker Krankenkasse (TK) auf. Gerade Frauen arbeiten stärker in Teilzeit. In der doppelten Belastung – Beruf und Familie – sieht die TK einen Grund für den Anstieg bei den Krankheitstagen. Bei Männern stellen unsichere Zukunftsaussichten beispielsweise durch befristete Arbeitsverträge einen wichtigen Krankheitsfaktor dar. Insgesamt steigt die Wahrscheinlichkeit z.B. an Burnout zu erkranken, kontinuierlich an. Die so genannte psychische Gefährdung der Gesundheit am Arbeitsplatz wird deshalb von vielen Unternehmen ernst genommen.
Sind Zeit- und Selbstmanagement die Lösung?
Pauschal „Ja“ zu sagen, wäre falsch. Allerdings können Zeit- und Selbstmanagement mit dazu beitragen, Menschen länger gesund zu halten. Damit das klappt, sind Änderungen an dem traditionellen Verständnis dieses Themas notwendig. Wer heute über Work-Life-Balance spricht sollte bedenken, dass durch Smartphone, Notebooks etc. die Grenzen zwischen Arbeitszeit und Freizeit immer mehr verwischen. Mal eben die E-Mails nach Feierabend überprüfen oder gar im Urlaub, ist nicht gerade gesundheitsfördernd. Auch die ständige Erreichbarkeit über das Handy ist eher kontraproduktiv. Wer ständig erreichbar ist, arbeitet auch ständig, ganz gleich wo er sich befindet. Zwar werden nicht im Restaurant oder Kino – zumindest meistens nicht – aktuelle Probleme gelöst oder Fragen von Kollegen beantwortet, aber allein die Bereitschaft, genau das zu tun, verhindert Entspannung und Abstand zum Job. Umso wichtiger wird es, diese Verhaltensmuster und die daraus folgenden möglichen gesundheitlichen Schäden im Zusammenhang zu sehen.
Wer gelernt hat, sich seine Zeit – also den ganzen Tag – sinnvoll einzuteilen hat mehrere Vorteile. Zum einen steigert gute Planung die Effektivität. Allein das kann schon dazu beitragen, dass nach Feierabend die Anzahl der Notrufe und E-Mails zurückgehen. Ein erster wichtiger Schritt. Zum anderen kann die durch die Technik ermöglichte Zwangsverbindung von Freizeit und Arbeitszeit wieder unterbrochen werden. Wer seine Arbeit im Rahmen seiner normalen Arbeitszeit schafft, kann danach sein Handy ausschalten und muss zu Hause nicht mehr ständig im beruflichen Posteingang nach neuen E-Mails suchen. Die Konsequenz eines solchen Verhaltens: Mehr Chancen, sich zu entspannen. Das hilft in jedem Fall der Gesundheit.
Sprache als Hilfsmittel nutzen
Allein der Einsatz der richtigen Planungstools kann viel bewirken. Doch es geht noch besser. Durch den richtigen Einsatz von Sprache kann die Arbeit besser und effizienter werden. Das beginnt schon bei der Formulierung von Zielen. Natürlich immer positiv, denn das steigert die Chance, das Ziel wirklich zu erreichen. „Ich will laufen“ ist sicher einfacher zu erreichen als „Ich will nicht stehenbleiben“. Denn im positiven Beispiel ist die Aktivität schon im Ziel selbst beschrieben. Bei der negativen Formulierung ist nicht klar, was passieren soll. Nur was nicht passieren soll. Diese Arbeits- und Denkweise kann und sollte auf die Kommunikation insgesamt, also auch bei der Arbeit, übertragen werden. Endlose Ping-Pong-E-Mails können so vermieden werden. Absprachen mit Kollegen und Mitarbeitern oder auch mit Kunden und Lieferanten werden besser verstanden. Und bei besserem Verständnis gibt es weniger Fragen.
Geplant – entspannt – gesund
Einfache Mittel und Methoden sowohl beim Einsatz der Sprache als auch bei der Planung des Tages, der Woche oder gar des ganzen Jahres können letztlich dazu beitragen effizient zu arbeiten und gesund zu bleiben. Wichtig ist eine grundlegende Qualifikation, die über das reine Anwenden von Planungsmethoden hinausgeht. Es gilt deshalb die erweiterte Reihe: Geplant – entspannt – gesund.
Hinweis:
Am 11. Juli gibt es zu dem Thema einen Vortrag und eine Woche später ein eintägiges Seminar
Wo: Im Technolgogiezerntrum Bielefeld, Meisenstraße 96.
Wann: 18:00 bis 20:00 Uhr
Anmeldung zum Vortrag am 11. Juli bitte hier
Anmeldung zum ganztägigen Seminar am 18. Juli bitte hier:
