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„Filmreife“ Präsentationen

Nachlese der internen Hausmesse

Eine Nähmaschine steht auf dem Tisch, ein Stück Stoff ist eingespannt. Alles ist bereit für die Vorstellung. Hinter sich hat Andrea Schlack Muster aufgehängt. Tuniken aus Wollwalk, einen maßgeschneiderten Rock samt passendem Pullover und Pump Baby Strampler zeigen, was man aus Stoffen aus ihrer Nähwerkstatt alles zaubern kann. „Ich liebe Stoffe und habe mir mit der Nähwerkstatt, in der ich auch Workshops anbiete, einen Traum erfüllt“, erklärt Andrea. Dass sie die Hausmesse startet, ist bewusst gewollt, denn die Zeit bis zu seinem Turn nutzt Oliver Meyer, um einen Videofilm zu produzieren – live und mit minimalem Aufwand. O-Ton, Interview und ausdrucksstarke Bilder werden zu einer Präsentation über Andrea als Person und ihre (neue) Arbeit zusammengeführt.

Und Action: Wie ein Image-Film aussehen kann, zeigte Oliver auf der Hausmesse.

Und Action: Wie ein Image-Film aussehen kann, zeigte Oliver auf der Hausmesse.

Fotograf Jörg Diekmann wartete wie Fotocoach Dietmar Wadewitz mit beeindruckenden Bildern auf. Dietmar zeigte, wie viel in Gesichtern zu lesen ist, wenn er sein „Model“ mit angenehmen und unangenehmen Themen konfrontiert, und Jörg punktete mit Portraits Prominenter, deren ganz private Seite er „einfing“ und Bildern von Firmen und Produkten, die stets eine klare Aussage vermittelten.

Um klare Strukturen im weiteren Sinne ging es auch bei der Arbeit der Grafikerinnen Imke Brunzema und Jennifer Horstmeier. Jennifer hat sich dem Thema Nachhaltigkeit in seiner ursprünglichen Form „ökologisch, ökonomisch und sozial“ verschrieben. Ihr Ziel ist es, Grafikdesign und Produktion bzw. Weiterverarbeitung zu einer Einheit zu verschmelzen, um nachhaltige Printmedien zu erstellen. „Wer beim Wort ökologisch an das unansehnliche grau-braune Papier denkt, der wird überrascht sein, was mit den heutigen Papiersorten und Druckproduktionen alles möglich ist“, erklärte Jennifer.

Imke gab uns einen Einblick, wie ein Logo entsteht. Eindrucksvolles Beispiel war das von Zwillingen, die an einer lebensbedrohlichen Krankheit leiden und intensiver Pflege und damit Pflegekräfte bedürfen. Der Vater gründete deshalb eine Firma und die sollte ein ansprechendes Logo bekommen. Sein Wunsch war, dass es drei Pfeiler integrieren sollte: die Zwillinge, Pflege und die Besonderheit der Krankheit, nämlich eine angeborene Lungenschwäche. „Der Kunde hat mir viel Freiheit gelassen, sowohl, was die Zeit angeht als auch die Umsetzung“, berichtete Imke. Schnell hatte sie die Grundidee – Hände, die Gesichter stützen – und schließlich kam der Fallschirm als Symbol für die Luft dazu. „Der Fallschirm ist genau das, was diese Kinder brauchen“, sagte Imke, denn er steht einerseits für Sicherheit, andererseits für Fun und als Drittes dafür, dass auch kranke Kinder irgendwann ihr Leben selbst bestimmen wollen.

Ob gedruckt, geprägt, gestanzt, genutet, gefalzt, nummeriert oder perforiert – „Matz hat´s“ lautet der Slogan, mit dem Inken Beckmann für ihre Familiendruckerei wirbt. Sie brachte ebenfalls Arbeitsproben mit u. a. Blöcke, deren Deckblätter Hausengel zierten, gestaltet von Imke, und Grafitti von Katja Beckmann. Inkens Tochter. Kunst und deren qualitativen Umsetzung sind ein Steckenpferd der Druckerei.

Apropos Steckenpferde: Raumgestalter Bernd Rösner stellte ein selbst entworfenes Möbelaccessoire namens „Caeliferas“ vor, eine Holzkomposition, auf der Pflanzen, ähnlich wie bei einem Fensterbrett, dekorativ zur Geltung kommen. Einzelne ineinander greifenden Elemente sind mit Schrauben verbunden. Je nachdem, wie das Licht reflektiert wird, verändert sich das Erscheinungsbild. Kleinere Fehler will Bernd noch ausbügeln, bevor es marktreif ist.

Für ein Projekt der besonderen Art warb Jens Korff. Er möchte Dienstleistern filmisch ein Denkmal setzen und sucht dafür MitstreiterInnen. Den Texter stört, dass Wirtschaft meist mit Industrie gleich gesetzt wird und möchte dem etwas entgegen setzen.

Die Stärken anderer zu finden und zu vermitteln, darauf hat sich die Texterin Bettina Dempwolf spezialisiert. Sie widmete sich den Vorteilen des Alleinstellungsmerkmals. Im Gepäck hatte Bettina das Beispiel einer Firma, die alles rund um den Grundofen anbietet und der sie mit „Ofenkundig“ zu einem aufmerksamkeitsstarken Namen verhalf.

Detlef Brand, Geschäftsführer des Patent- und Innovations-Centrums, über die Möglichkeiten von Markenschutz und Patentanmeldungen. Er war spontan vom reinen Zuhörer zum Teilnehmer mutiert.

Joachim Melzer bot uns seine Hilfe in Sachen Finanzbuchhaltung, Controlling, Lohnbuchhaltung und Büroorganisation an. Antonio Schreiber und Schwiegersohn Timm Kuhlmann von den Talentworkern, die Firmen in Sachen Personalentwicklung coachen. Auch bei Waltraud Friedrich stand das Coaching für Firmen und Einzelpersonen im Mittelpunkt. Allerdings schwerpunktmäßig unter dem Aspekt „Resilienz“, also der Fähigkeit, innere Kräfte in Krisensituationen zu mobilisieren.

Darum eine klare Linie zu finden, ging es Frank Ehnes. Der Personalberater hatte eine Brille für jede Gelegenheit, Pardon, für jeden Aspekt der anvisierten Herausforderung dabei. Geht es darum, erst einmal frei zu assoziieren, hilft die blaue Brille. Sie steht für die „wahrscheinliche Zukunft“. Startet die Phase der konkreten Umsetzung ist die violette die Richtige. So wird Schritt für Schritt der Weg in einzelne Schritte unterteilt, so dass die gesamte Strecke dorthin nicht mehr hoffnungslos unübersichtlich ist.

Für klare Worte steht die systemische Coachin Anke Wadewitz. Sie stellte die Parabel „Die Todesliste des Bären“ vor. In der lehrreichen Geschichte geht es um das Gerücht, dass der Bär, der im Wald lebt, eine Todesliste hat und jedes Tier, das drauf steht, innerhalb von Tagen stirbt. Einige ereilt das Schicksal, bis sich der Hase ein Herz fasst, den Bären direkt auf die Liste anspricht und dann ganz dreist fragt, ob sein Name nicht von der Liste gestrichen werden könnte. Kein Problem, so die Antwort. Ankes Resümee: Es ist nicht nur wichtig, dass man Fragen stellt, sondern dass man die richtigen Fragen stellt.

Die richtigen Fragen zu stellen, ist auch mein Job als Texterin. Es ist wichtig, bei der eigenen Außendarstellung authentisch zu bleiben und habe deshalb zu einer Clownsnase gegriffen. Reine Effekthascherei, denn dieses Accessoire passt nicht wirklich zu mir, aber für eine lockere Vorstellung ganz o.k. Meine Stärke ist das geschriebene Wort und es im geeigneten Medium unter zu bringen. Ein Beispiel für Öffentlichkeitsarbeit: Ein kleines Familienunternehmen in Bielefeld wollte ihre Produktion von Theaterkostümen promoten. Zweites Geschäftsfeld waren Kragen für Priester. Klingt nicht gerade aufregend, aber: bekanntlich hat ein Deutscher eine Zeitlang auf dem Papstthron gesessen, und zu den Kunden der Bielefelder gehörte der Vatikan und somit der Heilige Vater. „Die Welt“ druckte den Artikel auf seiner Wirtschaftsseite ab, frei unter dem Motto: Das Beste für den Hals des Papstes – aus OWL.

Und wir bei WIM haben noch so viel mehr zu bieten, oder?

Übrigens: Bei der Nachlese wurde beschlossen, dieses Format im kommenden Jahr oder alle zwei Jahre zu wiederholen, allerdings ohne nachfolgende Fachforen und eventuell mit einer etwas anderen Aufgabenstellung wie „Mein interessantestes Projekt“.

 

Stefanie Terschüren

Autor: Stefanie Terschüren

Event-Live-Blogging – Öffentlichkeitsarbeit – Recherche

Freie Journalistin seit 2006. Kooperation mit Videoproduzent Oliver Meyer und Webdesignerin Frauke Siegmund. Zusammen sind wir Threetop.

„Die richtigen Worte wirken wie ein Blitz, fast richtige wie ein Glühwürmchen“. Und wenn sie dann auch noch zeitgemäß in einen Event-Live-Blog stehen, sorgen sie für ein innovatives Gesamtbild. Der Video-, Foto- und Text-Blog setzt das gewünscht Thema ausdrucksstark in Szene und gibt die Möglichkeit, Akzente zu setzen. Zu sehen ist der Blog auf allen (mobilen) Endgeräten quasi live. Davon profitieren ausgewählte User und/oder die ganze Welt.

 

Kontakt:
trifft. text und pr
Stefanie Terschüren
Zum Tellbusch 52
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Tel. 05222 3636517

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